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Montag, 29. März 2010

Die Elendsdiskussion

Ja, zahlreiche große Publisher machen sich im Moment alles andere als beliebt mit ihren Kopierschutzmechanismen für PC-Spiele. Das reicht von der Pflicht, sich vor Spielbeginn online anzumelden bis hin zu ständigem Online-Zwang. Reißt die Verbindung ab, pausiert das Spiel automatisch oder es poppt die mehr als unerfreuliche Meldung auf, ab sofort werde der Spielfortschritt nicht mehr gespeichert. Man kann sich den Frust über die "Schikane" an ehrlichen Kunden lebhaft vorstellen. Aber das jetzt als neue Ausrede für illegale Downloads herzunehmen, ist ja wohl mehr als schäbig.

Erstens sind es nur wenige Big Player in der Branche, die mit Spielen so viel Geld verdienen, dass sie keine Zukunftssorgen haben. Fragen Sie da mal eines der unzähligen kleinen Studios, die mit jedem Produkt zittern müssen, ob es sie danach noch gibt. Dass neben den paar Riesenpublishern, die ein gutes Geschäft machen, unzählige Menschen im Spielesektor kreativ sind, die täglich Angst um ihren Job haben müssen, eine Familie zu ernähren haben und nur ehrlich für ihre Arbeit bezahlt werden möchten - das ist Raubkopierern offenbar völlig egal.

Elendsdiskussion nenne ich sie übrigens deshalb, weil Raubkopierer alles Mögliche zu ihrer Verteidigung auffahren:
  • "Raub" sei ja das falsche Wort und suggeriere, dass jemand sich mit Gewalt und durch persönliche Bedrohung etwas verschafft, das nicht ihm gehört. Außerdem entstehe ja kein Verlust, anders als etwa bei Ladendiebstahl - hier ginge ja ein physischer Datenträger verloren, und das allein würde Geld kosten.
  • "Ich zahl nicht für ein verbuggtes Spiel", wahlweise auch "Für das Spiel hätt ich sowieso kein Geld ausgegeben". Spiele sind leider manchmal verbuggt, aber selten so sehr, dass sich der Kaufpreis deshalb nicht mehr rechtfertigen lässt. Und wer für ein Spiel kein Geld bezahlen will, der sollte davon einfach die Finger lassen.
  • Auch sehr beliebt: "Ich kaufe mir ja ein Spiel wenn ichs runtergeladen habe und es mir richtig gut gefällt." Na sicher... Dazu muss man ja gar nichts mehr sagen.
Ich verstehe frustrierte ehrliche Käufer. Hätte ich zum Beispiel gerade 40 Euro für ein aktuelles Ubisoft-Spiel ausgegeben, das ich wegen Serverabstürzen auf Publisherseite nicht wie gewünscht spielen könnte, ich wäre wütend. Ich verstehe sogar die Käufer, die nach Mitteln und Wegen suchen, den Online-Zwang zu umgehen - auch wenn das ebenso rechtswidrig ist. Kein Wunder wenn urplötzlich, mitten im Spiel, die Meldung aufpoppt, dass aufgrund eines Abreißens der Internetverbindung der Spielfortschritt nicht mehr gespeichert oder das Spiel einfach pausiert wird.
Dennoch: Wer spielen möchte, muss sich an die Regeln des Verkäufers halten. Wer das nicht kann oder möchte, der muss eben darauf verzichten. Aber das zu akzeptieren ist bei der weit verbreiteten "online = gratis"-Mentalität leider nicht drin, so scheint's.

Ich muss festhalten, dass ich eine Gegnerin des Online-Zwangs bin. Als leider-zur-Zeit-nur-Notebook-Besitzerin spiele ich zum Beispiel öfter mal im Zug. Ich möchte weiterhin in der Lage sein, ein von mir legal erworbenes Produkt zu nutzen wann und wo ich will. Ich gehöre aber auch zu den ehrlichen Menschen, die tatsächlich Geld auf den Tisch legen für ein Spiel. Und die haben unter den Raubkopierern zu leiden.
Dass ich mich nun auf die Seite der Publisher (Nachtrag: und der Entwickler, natürlich. Aber die Publisher entscheiden meist über den Kopierschutz, so war's gemeint) schlagen muss, liegt leider an den unzähligen Elendskommentaren, die mir auf diversen Websites tagtäglich begegnen, wo der "im Internet krieg ich doch sowieso alles gratis"-Gedanke so verbreitet ist, dass es mir die Haare aufstellt.

Leider verstehe ich die Position der Onlinekopierschutz-Verfechter von Tag zu Tag besser und angesichts meiner fruchtlosen Diskussionen mit schamlosen Raubkopierern ohne einen Funken Reue sehe ich im Moment auch keine andere Lösung. Ich hoffe allerdings auf Streaming-Dienste wie Onlive oder Gaikai, die eine von vielen Lösungen darstellen könnten, den PC als Spieleplattform zu erhalten und Raubkopierern den Boden zu entziehen.

Sonntag, 28. März 2010

Angst essen Seele auf

Hiermit nominiere ich den Journalismus für den Titel "Verlogenste Branche überhaupt". Gut, es gibt Waffenhersteller, Banken und die Politik im Allgemeinen, die konkurrieren können. Aber reden wir doch einmal offen über den Journalismus.

Gibt es ein anderes Berufsfeld, in dem Bewerber einen so gnadenlosen persönlichen Kampf um Aufträge führen, sich gegenseitig bis zum Existenzminimum unterbieten und gleichzeitig ungeniert über andere Branchen herziehen, in denen ähnliche Methoden angewandt werden?

Im Journalismus ist es mittlerweile mehr als üblich, grundsätzlich nur noch Praktikanten neu aufzunehmen. Die sollen aber bitteschön bereits über ein abgeschlossenes Studium und Berufserfahrung verfügen. Und am besten kostenlos für mindestens drei Monate zur Verfügung stehen. Um dann möglicherweise einfach gegen den nächsten Gratis-Schreiberling ausgetauscht zu werden.

Wer nicht mit 30 aufwachen möchte um festzustellen, in der Endlos-Praktikums-Schleife festzusitzen, der überlegt sich vielleicht eine Karriere als freier Journalist. Dumm nur, dass die vorgeschlagene Bezahlung diverser Journalistenvertretungen an einen Witz grenzt, über den Auftraggeber nichtmal müde lächeln. Um überhaupt konkurrenzfähig zu sein als freier Autor, scheint sich ein Wert um 3 Cent pro Wort eingependelt zu haben - zumindest als Anfänger. Für einen (längeren) Artikel mit etwa 600 Wörtern sind das ganze 18 Euro. Verständlich, dass es so bis zum Geld für eine Sozial-, Kranken- und Rentenversicherung ein weiter Weg ist.

Dazu kommt die unfassbare Dreistigkeit zahlloser Verlage. Zum Beispiel der deutsche Jahreszeiten-Verlag, der grade die Idee publik gemacht hat, 70 Redakteure rauszuwerfen. Bleiben dürfen nur die Leiter, die künftig mit Freien zusammenarbeiten werden. Die Frechheit schlechthin: Angeblich wurde zahlreichen gekündigten Redakteuren "großzügig" angeboten, dem Unternehmen doch als Freier erhalten bleiben sein zu können. Quasi die gleiche Arbeit, nur schlechter versichert und bezahlt. Na herzlichen Dank!

Das Schlimmste an diesem Dilemma: Die Medien berichten scheinheilig immer wieder über schlechte Arbeitsverträge, setzen diese jedoch mindestens ebenso skrupellos und - so wage ich zu behaupten - noch viel häufiger ein als die meisten anderen Branchen. Dass in fast jeder Redaktion zahlreiche "Freie" sitzen, die jedoch einen festen Tagesablauf haben und ortsgebunden sind, also in der Redaktion ihre Arbeit verrichten, wird unter den Teppich gekehrt. Oder haben Sie schon einmal eine Aufdecker-Story in einem großen Magazin oder einer Tageszeitung über die an Betrug grenzenden Arbeitsverträge im Journalismus gelesen? Ich auch nicht...

Ich verstehe, dass Verlage, Fernseh- und Radiosender von der Wirtschaftskrise möglicherweise mehr getroffen wurden als andere Gewerbe, aber das kann und darf keine Entschuldigung sein! Ich möchte nicht dazu gezwungen werden, mich mit dem Schreiben von PR-Texten über Wasser zu halten. Ich möchte nicht erpressbar werden für jeden potenziellen Arbeitgeber, der genau weiß, wie viele arbeitslose Journalisten da draußen gerade herumlaufen. Ich möchte, dass meine Arbeit - sorgfältige Recherche, Faktenwissen, Stil und Ausdrucksfähigkeit - gewürdigt und fair bezahlt wird. Ist das ausgerechnet im Prestige- und Angeberumfeld Journalismus unmöglich?

Um Antwort wird gebeten.

(PS weil aktuell: "Der Einstieg in die Medienbranche gestaltet sich für junge Journalisten und andere Kreative schwierig und wenig lukrativ. Wie eine britische Erhebung ans Tageslicht bringt, startet fast die Hälfte mit unbezahlten Jobs in das Berufsleben." -> nachzulesen hier)

Donnerstag, 25. März 2010

Microsofts merkwürdige Hotmail-Machenschaften

Microsoft möchte die armen, unwissenden Nutzer seines Email-Dienstes Hotmail schützen, und zwar vor Spam. Sagt Microsoft. Und deshalb nimmt sich der Mega-Konzern das Recht heraus, ganze Konkurrenzdienste vom Email-Empfang auf Hotmail-Adressen auszusperren.
Erwischt hat es diesbezüglich schon des Öfteren GMX, wie zum Beispiel hier 2009 berichtet wurde. Damals geschah das angeblich, weil von GMX-Adressen zu viel Spam-Mails versendet würden. Nachzuprüfen ist das natürlich kaum. Das gleiche Schicksal hat inzwischen unter anderem auch Web.de-Nutzer ereilt: Egal wie unbescholten, er kann keinem Hotmail-Nutzer eine Email schreiben. Nicht einmal dann, wenn er in dessen Adressbuch und somit als sicher angegeben wurde.
Eine der lapidaren Antworten auf die Frage eines Betroffenen, warum er keine Emails mehr von Menschen mit Web.de-Emailadressen erhalte, im Support-Forum von Seiten Microsofts:
"(...) Dies ist leider aus Sicherheitsgründen so, da die Domäne als Spammer anerkannt wurde. Es tut uns wirklich Leid, dass dieses Problem eingetreten ist. (...)"
Nun war ich heute Abend zum ersten Mal mit demselben Problem konfrontiert: Ich erhalte keine Emails mehr von einer Person aus meinem Adressbuch, von der ich früher haufenweise Mails bekommen habe. Ich kann ihm schreiben - aber das war's auch. Selbst Antworten auf meine Emails verschwinden im Schwarzen Loch Hotmail.

Dumm nur für Microsoft, dass von diesem Maildienst sicher keine Spammails geschickt werden, dafür ist er nicht groß genug und es handelt sich um Mails einer Firma - ergo kann dort niemand einen Spammail-Account anlegen.

Ich lasse mir diesen unglaublich ärgerlichen Eingriff in meine Email-Gewohnheiten auch nicht damit schönreden, dass Microsoft alle Emails dieser Firma blockieren muss - in jenem Sinn, dass Microsoft nicht für mich einzelne Hotmail-Nutzerin eine Ausnahme machen und meine Mails einzeln raussortieren kann.
Schließlich kann ich jede Menge anderer Emailadressen als sicher angeben, die anschließend nicht im Spamordner sondern meinem Posteingang landen.


Die Preisfrage lautet also: Was bezweckt Microsoft damit, mir vorschreiben zu wollen, von welchen Internetdiensten ich Emails erhalten kann und von welchen nicht? Microsofts Erklärung - "98% aller Spam-E-Mails werden durch Hotmail automatisch erkannt und herausgefiltert" - lasse ich nicht gelten.

Worum geht es dann? Ich hab da so einen Verdacht.
1. Mehr Menschen zu Hotmail locken indem man ihnen - über Freunde, die keine Emails mehr von ihnen erhalten - einredet, ihr Webmail-Dienst sei zu unsicher und sie würden womöglich irgendwie Spam fördern. Und nur Hotmail würde dieses Problem bereinigen.
2. Microsoft will Kontrolle über möglichst alle Firmen, die Emails versenden. Um bei Hotmail nicht automatisch rausgefiltert zu werden - weil sie angeblich potenziell gefährliche Emails versenden (könnten ... eventuell ... möglich wär's ja ... auszuschließen ist das nicht ...) - sollen sie sich mit dem MSN Postmaster vertraut machen.

Kurzer Einwurf: Microsofts überhebliches Selbstverständnis wird übrigens zum Beispiel in diesem Satz klar:
"Microsoft ist sich jedoch im Klaren, dass rechtmäßige und gesetzestreue E-Mail-Absender keinen negativen Konsequenzen unterworfen werden sollten."
SOLLTEN?!

3. Dort zu finden zum Beispiel der Hinweis auf "Sender ID", ein Identifizierungsprogramm, das ursprünglich von einer Arbeitsgruppe entworfen wurde, um das Spamaufkommen zu verringern. Überraschung: Die Gruppe warf entnervt das Handtuch, weil Microsoft - sagt Wikipedia - auf seinen Patenten beharrte. Und weiter:
"Microsoft möchte in Zukunft den Einsatz der Sender ID verstärken, indem die hauseigenen Dienste MSN und Hotmail ankommende E-Mails ohne Sender ID als potenziellen Spam klassifizieren sollen. Begründet wird dieses Vorgehen mit einer recht großen Anzahl von E-Mails, die bereits die Merkmale von Sender ID aufweisen würden. Experten kritisieren dieses Vorgehen und befürchten, dass Microsoft die Industrie zwingen wolle, einen nicht allgemein akzeptierten Standard zu verwenden."
Nicht zu vergessen einen hauseigenen Standard, der sich womöglich doch irgendwann zu Geld machen lässt, der eine Abhängigkeit schafft und der Microsoft ganz zufällig - rate ich jetzt mal - noch jede Menge zusätzlicher Daten in die Hände spült.

4. Ebenfalls auf der Postmaster-Seite von MSN/Hotmail: Der Hinweis auf das "Sender Score Certified"-Programm, mit dem Firmen ihre Emails als sicher einstufen lassen können. Das kostet natürlich Geld (auch wenn ich trotz Recherche jetzt nicht rausfinden konnte, wieviel genau). Interessanter- aber nicht überraschenderweise sitzt bei jener Firma, die hierfür empfohlen und verlinkt wird, Return Path, ein Mann im Vorstand (Board of Directors), der früher für Microsoft - genauer gesagt Hotmail und MSN - tätig war. Zufall? Ich glaube nicht...
Scott Weiss
Vice President and General Manager, Security Technology Business Unit, Cisco

Scott Weiss is the vice president and general manager of the Security Technology Group at Cisco Systems. (...) He was one of the early team members at Hotmail, the world's largest Web-based email service. At Hotmail, Scott was responsible for all partnership and revenue generating business development efforts. After Hotmail's acquisition by Microsoft, Scott led a business development team at Microsoft with the MSN division. Scott left Microsoft to pursue new start-up opportunities. He developed a concept in the e-commerce space, and pulled together the core team to incubate the idea. In the process of seeking funding for the concept, he met with leaders of the Venture Capital industry, and ultimately resulted in Scott joining idealab! as Managing Director and Entrepreneur in Residence. (...)


Mein persönliches Fazit: Microsoft will die Email-Weltherrschaft, wenn es sein muss mit für Nutzer sehr unerfreulichen und für Geschäftskunden kostspieligen Mitteln.

Nachtrag: Ausgerechnet die Email, dass meine Beschwerde beim Microsoft Solution Center (auf die Lösung bin ich gespannt) angekommen ist, landete im Spam-Ordner meines Hotmail-Accounts. Welch Ironie!

Dienstag, 23. März 2010

When the Fail is so strong...

Zu allererst: ich habe "Shutter Island" gesehen und bin enttäuscht. Musikeinsatz besonders in den ersten 20 Minuten furchtbar, insgesamt recht unspannend (trotz Schock- und Ekelsequenzen) und die Nazi-Einflechtung hätte man sich sparen können. Dafür hätte ich mir längere Auftritte der leider allzu blassen Nebencharaktere gewünscht. Viel interessanter ist, was in letzter Zeit in der Welt so passiert ist:
  • Akademiker sind zwar oft nicht arbeitslos, haben aber große Schwierigkeiten, einen angemessenen Job zu finden, sagt eine neue Studie. Dazu kann ich nur sagen: Ach nein, auch schon aufgefallen?!
  • Den wohl hirnrissigsten Beitrag rund um die "Killerspiele"-Debatte liefert der berühmt-berüchtigte Professor Christian Pfeiffer, der schon mehrmals mit kruden - und wie mir scheint alles andere als wissenschaftlich fundierten - Meinungen rund um PC- und Videospiele aufgefallen ist: Nun meint er, Spiele seien Schuld an Rocker-Gewalt. Ja, richtig gelesen - Rocker. Nachzulesen hier.

  • Passend zum Thema: Spannend wird es bald in der Schweiz, wo die sogenannten "Killerspiele" (was für ein Unwort) verboten werden sollen.
  • Zum letzten Blogeintrag gilt es ein weiteres Unterkapitel hinzuzufügen: Derzeit kann über den "Goldenen Windbeutel" abgestimmt werden - ob ein Unternehmen hier wirklich siegen will, ist allerdings fraglich. Schließlich werden Produkte nominiert, mit denen Käufer vorsätzlich getäuscht werden. Der Spiegel widmet den Nominierten diesen Beitrag, wer seine Stimme abgeben möchte, kann dies hier auf der Seite mit dem herrlichen Namen "Abgespeist" tun, die im Übrigen generell empfehlenswert ist für alle, die sich nicht von geringerem Packungsinhalt und blumigen Umschreibungen in die Irre führen lassen wollen.
  • Und noch ein Beitrag, der einer Aktualisierung bedarf: Google ignoriert Chinas Zensur-Bestimmungen nun tatsächlich - über die chinesische Google-Seite können nun Inhalte abgerufen werden, die früher geblockt wurden. Zum Beispiel die Suche nach dem Massaker auf dem Tiananmen-Platz oder dem Dalai Lama, beides lange Zeit undenkbar. Wie Google das angestellt hat, ist unter anderem hier nachzulesen.

Donnerstag, 18. März 2010

einmal quer durch

Natürlich, Überraschung ist es keine - aber dennoch: Die Kreativität verschiedenster Hersteller quer durch alle Branchen, wie sie ihre Kunden über den Tisch ziehen können, ist erstaunlich. Da die EU die einheitlichen Packungsgrößen im Lebensmittelbereich abgeschafft hat, scheinen nun sämtliche Dämme zu brechen. Vom Joghurt bis zum Waschmittel - die Verpackungen bleiben meist gleich groß, dafür wird am Inhalt ordentlich gespart. Ein Preisanstieg um 30 Prozent ist keine Seltenheit, nachzulesen zum Beispiel hier, eine Liste gibt's hier .

Endlich hat sich einmal jemand in Österreich die Mühe gemacht nachzuforschen, wie es nicht um die Furcht der Inländer gegenüber allen anderen steht, sondern welche Ängste Migranten verfolgen. Traurig: Alle Befragten kamen schon einmal mit Xenophobie in Berührung - von Beleidigungen bis hin zu körperlichen Angriffen.

Zur WM können sich Journalisten unter anderem als Angehörige der UDSSR, der Tschechoslowakei oder der DDR deklarieren - finde den Fehler ;)

Babies haben offenbar einen angeborenen Drang, sich zu Musik zu bewegen - besonders die Beats haben es ihnen angetan :)

Unglaublich, aber fast 50 Jahre nach dem originalen Milgram-Experiment sind immer noch Menschen bereit, andere zu quälen. Erneut hat ein Schauspieler das Folteropfer gemimt, diesmal wurde allerdings das Format Fernsehshow gewählt, um das menschliche Einfühlungsvermögen zu testen. Wenn man das Ergebnis sieht, wundert man sich nicht mehr so sehr über die Grausamkeiten dieser Welt.

James Cameron, beflügelt von seinem riesigen Avatar-Erfolg, will nun die Welt mit einem 3D-Remake seines vormals erfolgreichsten Films Titanic ... nun ja - ich will das Wort "beglücken" nicht in den Mund nehmen ob meines persönlichen Filmalptraums.

Doritos verarscht Apple:

So besserte sich Arnie die Haushaltskasse auf:

Dienstag, 16. März 2010

Google in Bedrängnis

Wer hätte das gedacht - Internetgigant Google, lange Zeit scheinbar unangreifbar, steckt in Schwierigkeiten. Und die könnten sich in den nächsten Jahren zu echten Problemen auswachsen.

Der riesige chinesische Markt bereitet Google ob der von den Machthabern verlangten Zensur Kopfzerbrechen - Google hat angekündigt, diese Filter künftig zu deaktivieren. Aus China kam daraufhin die Drohung, Google werde - halte es sich nicht an die Gesetzeslage und verweigere die Zensur - "die Konsequenzen tragen müssen". Google überlegt seither öffentlich, sich komplett aus China zurückzuziehen, hat dieses Vorhaben aber noch nicht umgesetzt.

Der nächste Problemfall ist der Streit mit dem einstigen Verbündeten Apple. Das iPhone wurde noch gemeinsam präsentiert, Firmenchefs in die jeweils andere Führungsetage eingebunden - doch mit dem Frieden ist es vorbei. Apple hat Anfang des Monats Klage gegen den Handyhersteller HTC eingebracht, da deren Mobiltelefone mehrere Apple-Patente verletzen würden. Getroffen werden soll damit jedoch vor allem jenes Handy-Betriebssystem, das auf den HTC-Geräten verwendet wird: Googles Android. Apple fühlt sich von Google verraten, nach der anfänglichen Zusammenarbeit habe die Internetfirma Ideenklau betrieben, lautet der Vorwurf.
Es ist auch ein Glaubenskrieg, schließlich vertreten die beiden Firmen eine absolut gegensätzliche Ansicht, was ein Handy der neuen Generation zu leisten hat. Während Apple auf den eigenen, streng reglementierten App-Store setzt (wo unliebsame Inhalte ohne Erklärung gelöscht werden), ist Android ein offenes System, mit dem Nutzer Applikationen frei aus dem Internet herunterladen und benützen können und sollen.
Erschwerend kommt hinzu, dass Apple-Chef Steve Jobs und Google-Vorstand Eric E. Schmidt mittlerweile ein sehr persönliches Scharmützel führen, große Egos sind bei der Lösung solcher Probleme natürlich nicht von Vorteil. Sehr schön nachzulesen übrigens hier bei der New York Times.

Und zu allem Überfluss hatte die Social-Networking-Seite Facebook letzte Woche mehr Zugriffe als Google - lange Zeit undenkbar oder nur an Feiertagen wie Weihnachten möglich. Noch zieht Facebook mit der Nutzung der Anwenderdaten - etwa für personalisierte Werbung oder undurchsichtige Datenschutzvereinbarungen - regelmäßig den Zorn der User auf sich, doch die Datenmenge ist riesig und reicht von Fanbekundungen über Einkaufsverhalten bis hin zu Fotos und Adressen. Google kann da trotz aller Bemühungen nicht mithalten. Auch mit Social Networking tut sich die einst so revolutionäre Firma im Moment schwer. Abzuwarten bleibt, ob Google Wave die angekündigte Revolution - als Mischung zwischen Emaildienst, Arbeitsplattform und Social-Networking-Site - tatsächlich wahr macht. Besonders da Google bereits Buzz gestartet hat, das ebenfalls einige dieser Funktionen bietet.


In den nächsten Monaten wird sich zeigen, wie das langjährige Internet-Vorzeigeunternehmen die Trendumkehr der Online-Welt von der reinen Informationsmaschine hin zur sozialen Plattform bewältigt.

Sonntag, 14. März 2010

Tech-Links

Ob sich das Ding durchsetzen kann? Ich zweifle allein wegen des missglückten Controller-Designs. Nichts desto trotz: hier neue Infos zu PlayStation Move für die PS3.

Schon für Ende letzten Jahres angekündigt, soll OnLive nun zumindest in den USA im Juli 2010 starten, siehe hier.

A propos Spiele und als Fortführung des Ubisoft-Debakels: Vom Server-Shutdown betroffene Spieler sollen nun entschädigt werden mit Gratis-DLCs. Eine echte Entschuldigung gibt's aber trotzdem nicht. Ob das die Spieler beruhigt?

Ich bin zwar etwas spät dran, aber das Jubiläum kann man auch nachlesen - vor 10 Jahren und ein paar Tagen platzte die Dotcom-Blase. Damit hat sich z.B. heise.de beschäftigt. Auf den ersten Blick etwas verwirrend, zahlt es sich dennoch aus, auch den Wired-Artikel dazu unter die Lupe zu nehmen.

Wer etwa 63.000 Euro übrig hat, kann sich erstmals ein Jetpack für zuhause kaufen.